Überblick
Die Achalasie-Operation ist ein laparoskopischer Eingriff, bei dem die Muskelschicht am unteren Ende der Speiseröhre durchtrennt wird, damit der verengte Schließmuskel die Nahrung wieder in den Magen durchlässt (Myotomie). Um einem Reflux vorzubeugen, wird dabei zusätzlich der obere Teil des Magens über den freigelegten Bereich gelegt.
Die Achalasie ist eine seltene Bewegungsstörung der Speiseröhre. Ihre Ursache ist nicht vollständig geklärt. Leitbeschwerde sind Schluckstörungen: zunächst bei Flüssigkeiten, später auch bei fester Nahrung. Im weiteren Verlauf fällt das Essen immer schwerer, und die Betroffenen verlieren an Gewicht.
Der Druck im unteren Schließmuskel der Speiseröhre ist bei der Achalasie stark erhöht. Dieser hohe Druck behindert den Übertritt der Nahrung in den Magen. Genau hier setzen alle Behandlungsmöglichkeiten an: Sie sollen den Schließmuskel weiten oder durchtrennen.
Für wen kommt eine Achalasie-Operation infrage?
Die Diagnose ist anfangs oft schwierig; wegweisend sind die Beschwerden. Bei der Magenspiegelung zeigen sich in fortgeschrittenen Fällen eine erweiterte Speiseröhre und Speisereste. Eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel zeigt eine erweiterte Speiseröhre, die sich am Übergang zum Magen vogelschnabelartig verengt. Gesichert wird die Diagnose durch eine Druckmessung der Speiseröhre (Manometrie).
Nach der Diagnose stehen zwei Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
- Aufdehnung (Dilatation): Der untere Schließmuskel wird endoskopisch geweitet. Die Wirkung lässt mit der Zeit nach.
- Operation: Sie kommt infrage, wenn die Aufdehnung nicht ausreichend hilft, oder wird bei geeigneten Patientinnen und Patienten direkt gewählt. Wurde zuvor eine Aufdehnung durchgeführt, sollte bis zur Operation ein Abstand von drei Monaten eingehalten werden.
Risiken
Wie jede Operation in Vollnarkose ist auch die Achalasie-Operation mit Risiken verbunden. Dazu gehören Blutungen, Wundinfektionen, Reaktionen auf die Narkose und die Verletzung benachbarter Organe im Bauchraum. Speziell bei der Durchtrennung der Muskelschicht kann die innere Schleimhaut der Speiseröhre verletzt werden; eine solche Verletzung wird in der Regel noch während des Eingriffs versorgt. Da der Schließmuskel nach der Operation nicht mehr so stark verschließt, kann ein Reflux auftreten; deshalb wird der obere Magenteil zusätzlich über den Bereich gelegt. Wie bei anderen laparoskopischen Eingriffen kann in seltenen Fällen ein Wechsel zur offenen Operation nötig sein, wenn es Ihre Sicherheit erfordert.
Vorbereitung
Vor der Operation werden Sie über den Eingriff und seine Risiken aufgeklärt und geben Ihre schriftliche Einwilligung. Üblich sind Blutuntersuchungen und je nach Gesundheitszustand weitere Voruntersuchungen wie ein EKG. Wurde bereits eine Aufdehnung durchgeführt, wird die Operation so geplant, dass der Abstand von drei Monaten eingehalten wird.
Teilen Sie mit, welche Medikamente Sie einnehmen; blutverdünnende und entzündungshemmende Mittel müssen unter Umständen vorübergehend abgesetzt werden. Ab Mitternacht vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Verzichten Sie auf Alkohol und hören Sie mit dem Rauchen auf.
Ablauf
Am Eingriffstag
Der Eingriff erfolgt laparoskopisch („Schlüssellochtechnik“) in Vollnarkose. Am unteren Ende der Speiseröhre wird die gesamte Muskelschicht auf einer Länge von 5-6 cm durchtrennt, sodass der Schließmuskel seine Engstelle verliert (Myotomie). Um einem Reflux vorzubeugen, wird zusätzlich der obere Teil des Magens (Fundus) über den freigelegten Bereich gelegt und befestigt. Dieses Prinzip, den oberen Magenteil als Refluxschutz zu nutzen, kennt man auch aus der Refluxchirurgie.
Nach dem Eingriff
Nach der Operation werden Sie im Aufwachraum betreut und anschließend auf Ihr Zimmer gebracht. Frühes Aufstehen und Gehen gehören zur Erholung. Die Ernährung wird schrittweise von flüssiger zu fester Kost aufgebaut; genaue Anweisungen erhalten Sie vom Behandlungsteam.
Nachsorge
Zu Hause sollten Sie sich zunächst körperlich schonen und die Empfehlungen zum Kostaufbau einhalten. Essen Sie langsam und kauen Sie gründlich. Sechs Monate nach der Operation ist routinemäßig eine Blutkontrolle vorgesehen.
Melden Sie sich bitte bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Folgendes auftritt:
- Fieber oder Schüttelfrost
- Schmerzen, die trotz Medikamenten nicht nachlassen
- zunehmende Schwellung des Bauches
- anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
- Sie können nichts essen oder trinken
- eitrige Absonderung oder zunehmende Rötung an einer Wunde