Adipositas betrifft nicht nur Erwachsene, sondern in wachsendem Maß auch Kinder und Jugendliche. Das zeigt der von der World Obesity Federation erstellte und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF unterstützte „Atlas der Adipositas im Kindesalter“, der die Situation in zahlreichen Ländern ausgewertet hat.
Was der Atlas untersucht hat
Der Bericht betrachtet Kinder in drei Altersgruppen: Säuglinge, Schulkinder und Jugendliche. Zugleich wurde geprüft, welche Maßnahmen die einzelnen Länder gegen Adipositas ergriffen haben. Die WHO hatte sich zum Ziel gesetzt, den Anstieg von Adipositas und Diabetes zu stoppen, und die Länder aufgefordert, Aktionspläne gegen nichtübertragbare Krankheiten zu erarbeiten.
Die Zahlen steigen weiter
Der Atlas zeigt, dass bislang zu wenig unternommen wurde, um dieses Ziel zu erreichen. Werden keine wirksamen Maßnahmen ergriffen, wird die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Adipositas weltweit weiter deutlich zunehmen.
Für die Bewertung der Länder wurde unter anderem betrachtet, ob es Regeln für Lebensmittel für Kinder gibt, ob Projekte zur Förderung körperlicher Aktivität bestehen und was gegen ungesunde Ernährung unternommen wird. Das Ergebnis: Nach Einschätzung des Atlas waren die untersuchten Länder nicht auf dem Weg, das Ziel der WHO zu erreichen.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Zahl der Menschen mit Adipositas bei Kindern wie Erwachsenen weiter steigen wird, solange sich Ernährung und Verhalten nicht ändern.
Wie können wir Kinder schützen?
Zwei Ansatzpunkte sind besonders wichtig:
- zu Hause gesunde Essgewohnheiten entwickeln und das Essen außer Haus auf ein Minimum beschränken,
- im Stundenplan der Schulen ausreichend Raum für Bewegung schaffen, zum Beispiel durch Sportunterricht.
Braucht es eine gemeinsame, globale Antwort?
Für weltweite Schritte sind vor allem die Regierungen gefragt. Die Richtung ist dabei klar: Fast Food und zuckerhaltige Getränke sollten so weit wie möglich eingeschränkt werden, und gemeinsam mit der WHO und UNICEF sollten Maßnahmen umgesetzt und die Bevölkerung aufgeklärt werden.
Was vor Ort möglich ist
- Städte und Gemeinden können soziale Programme, Informationsveranstaltungen und Aktivitäten am Wochenende anbieten.
- Im Wohnumfeld können mehr Flächen zum Gehen und für Sport entstehen.
- Über gesunde Ernährung kann regelmäßig informiert werden.
- Gemeinsam mit gemeinnützigen Organisationen lassen sich Programme entwickeln, um Menschen mit Adipositas zu erreichen und zu begleiten.



