Überblick
Eine Dickdarmoperation (Kolonresektion) ist ein Eingriff, bei dem ein erkrankter Teil des Dickdarms entfernt und der Darm anschließend wieder verbunden wird. Viele dieser Eingriffe lassen sich laparoskopisch als minimalinvasives Verfahren über kleine Schnitte durchführen. Je nach Art des Eingriffs können Patientinnen und Patienten dann nach wenigen Tagen entlassen werden und kehren schneller zu ihren gewohnten Tätigkeiten zurück als nach einer offenen Operation.
Der Dickdarm (Kolon) ist der untere Abschnitt des Verdauungstrakts. Der Darm ist ein langes, schlauchförmiges Organ aus Dünndarm, Dickdarm und dem Enddarm (Rektum) als letztem Abschnitt. Nach dem Schlucken wird die Nahrung im Magen angedaut und gelangt in den Dünndarm, wo die Nährstoffe aufgenommen werden. Die Reste wandern durch den Dickdarm bis in den Enddarm und werden ausgeschieden. Dickdarm und Enddarm entziehen dem Stuhl Wasser und speichern ihn bis zur Entleerung.
Für wen kommt eine Dickdarmoperation infrage?
Bevor über eine Operation entschieden wird, muss die Erkrankung genau festgestellt werden. Die meisten Erkrankungen des Dickdarms werden mit einer von zwei Untersuchungen festgestellt:
- Darmspiegelung (Koloskopie): Ein weicher, biegsamer Schlauch von der Dicke eines Zeigefingers wird über den After bis zum Ende des Dickdarms vorgeschoben. Mehr dazu auf der Seite zur Magen- und Darmspiegelung.
- Kontrasteinlauf: Eine weiße Flüssigkeit (Bariumbrei) wird in den Enddarm eingebracht; während sie unter leichtem Druck den gesamten Dickdarm füllt, werden Röntgenaufnahmen angefertigt.
Manchmal ist zusätzlich eine Computertomografie des Bauchraums nötig. Vor der Operation können Blutuntersuchungen, ein EKG oder eine Röntgenaufnahme der Lunge angeordnet werden. Das laparoskopische Verfahren ist nicht für alle Patientinnen und Patienten geeignet. Ob es für Sie infrage kommt, klären Sie im ausführlichen Gespräch mit Ihrer Chirurgin oder Ihrem Chirurgen.
Risiken
Wie bei jeder größeren Bauchoperation können Komplikationen auftreten. Mögliche Komplikationen sind:
- Blutungen
- Infektionen
- Undichtigkeit an der Stelle, an der der Darm wieder verbunden wurde (Anastomoseninsuffizienz)
- Verletzung benachbarter Organe wie Dünndarm, Harnleiter oder Harnblase
- Blutgerinnsel in der Lunge
Im späteren Verlauf kann sich, wie nach anderen Bauchoperationen, im Bereich einer Narbe ein Bruch bilden; mehr dazu unter Hernienchirurgie.
Nicht bei allen Patientinnen und Patienten lässt sich der Eingriff laparoskopisch durchführen. Folgende Faktoren können eine offene Operation von Beginn an oder einen Umstieg während des Eingriffs wahrscheinlicher machen:
- starkes Übergewicht
- ausgeprägte Verwachsungen nach früheren Bauchoperationen
- unzureichende Sicht auf die Organe
- Blutungsprobleme während der Operation
- große Tumoren
Die Entscheidung für eine offene Operation trifft die Chirurgin oder der Chirurg vor oder während des Eingriffs, im Interesse Ihrer Sicherheit.
Vorbereitung
Eine sorgfältige Vorbereitung ist bei Operationen am Dickdarm besonders wichtig, weil der Darm vollständig entleert sein muss:
- Nach einem Aufklärungsgespräch über Nutzen und Risiken der Operation geben Sie Ihre schriftliche Einwilligung.
- Je nach Situation können Bluttransfusionen und/oder andere Blutprodukte nötig werden.
- Am Abend vor oder am Morgen der Operation sollten Sie duschen.
- Enddarm und Dickdarm müssen vor der Operation vollständig entleert sein. Dazu trinken Sie meist eine spezielle Reinigungslösung; in den Tagen davor können flüssige Kost, Abführmittel und Einläufe hinzukommen.
- In der Regel wird ein Antibiotikum zum Einnehmen verordnet; die genauen Anweisungen erhalten Sie von Ihrer Chirurgin oder Ihrem Chirurgen.
- Halten Sie sich genau an diese Anweisungen. Wenn Ihnen die Vorbereitung nicht gelingt oder Sie die Antibiotika nicht einnehmen können, sagen Sie bitte Bescheid. Ohne vollständige Vorbereitung kann die Operation unsicher sein und muss gegebenenfalls neu geplant werden.
- Ab Mitternacht vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Nur die Medikamente, die Sie am Morgen nach Absprache einnehmen sollen, nehmen Sie mit wenig Wasser ein.
- Blutverdünnende und entzündungshemmende Medikamente sowie Vitamin E werden eine Woche vor der Operation vorübergehend abgesetzt.
- Medikamente zur Gewichtsabnahme werden zwei Wochen vor der Operation abgesetzt.
- Hören Sie mit dem Rauchen auf, verzichten Sie auf Alkohol und sorgen Sie für Unterstützung zu Hause nach der Entlassung.
Ablauf
Am Eingriffstag
Die meisten laparoskopischen Dickdarmoperationen beginnen gleich: Über eine dünne Hülse (Trokar) wird der Bauchraum erreicht. Durch die Hülse wird das Laparoskop, ein kleines Teleskop mit Videokamera, eingeführt, sodass die Organe vergrößert auf dem Monitor zu sehen sind. Über weitere Hülsen werden die Instrumente eingeführt, mit denen ein Teil des Dickdarms entfernt wird. In der Regel wird über vier oder fünf kleine Öffnungen operiert. Manchmal wird eine davon auf 5-10 cm verlängert, um den Eingriff abzuschließen.
Im Vergleich zur offenen Operation bietet das laparoskopische Vorgehen folgende Vorteile:
- weniger Schmerzen nach der Operation
- kürzerer Krankenhausaufenthalt
- schnellerer Übergang zu fester Kost
- schnellere Normalisierung der Darmtätigkeit
- schnellere Rückkehr in den Alltag
Nach dem Eingriff
Bereits am ersten Tag nach der Operation werden Sie gebeten, aufzustehen und zu gehen. Viele fühlen sich nach wenigen Tagen wohl, der Körper braucht aber Zeit, um zu heilen. Halten Sie sich deshalb genau an die ärztlichen Anweisungen.
Nachsorge
Die meisten gewohnten Tätigkeiten können Sie nach ein bis zwei Wochen wieder aufnehmen. Bis dahin sollten Sie sich schonen und die Empfehlungen zu Ernährung und Belastung einhalten. Sechs Monate nach der Operation ist routinemäßig eine Blutkontrolle vorgesehen.
Melden Sie sich bitte bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt bei:
- anhaltendem Fieber über 39 °C
- Blutungen aus dem After
- zunehmender Schwellung des Bauches
- Schmerzen, die trotz Medikamenten nicht nachlassen
- anhaltender Übelkeit oder Erbrechen
- Schüttelfrost