Überblick
Eine Magenkrebs-Operation ist die operative Entfernung eines bösartigen Tumors des Magens, bei der je nach Lage und Ausdehnung ein Teil des Magens oder der gesamte Magen entfernt wird. Wenn eine Operation möglich ist, ist sie die geeignetste Behandlung; ist sie nicht möglich, wird eine Chemotherapie durchgeführt. Weil Magenkrebs lange nur unspezifische Beschwerden verursacht, kommt der Früherkennung durch eine Magenspiegelung große Bedeutung zu.
Magenkrebs tritt häufiger bei Menschen auf, in deren Familie bereits Magenkrebs vorkam, bei Blutarmut (Anämie) und bei Menschen mit Blutgruppe A. Daneben spielen Ernährung, Lebensstil und bestimmte Infektionen eine Rolle.
Ernährung und Lebensstil
Eine Ernährung mit vielen stark gesalzenen und geräucherten Lebensmitteln erhöht das Risiko. Bei Menschen, die viel Obst und Gemüse essen, tritt Magenkrebs seltener auf. Auch Rauchen ist ein Risikofaktor.
Helicobacter pylori und Epstein-Barr-Virus
Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori erhöht das Risiko für Magenkrebs. Bei einem Magengeschwür ist das Risiko erhöht, bei einem Zwölffingerdarmgeschwür weniger. Liegen neben der Infektion Erkrankungen wie ein Magengeschwür oder eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) vor, sollte auch die Infektion behandelt werden. Auch das Epstein-Barr-Virus wird mit der Entstehung von Magenkrebs in Verbindung gebracht.
Familiäre Veranlagung
Wer Magenkrebs in der Familie hat, hat selbst ein erhöhtes Risiko. Treten bei Ihnen Magenbeschwerden auf und haben auch andere Familienmitglieder ähnliche Beschwerden, sollten Sie sich unbedingt ärztlich untersuchen lassen.
Erkrankungen, aus denen Magenkrebs entstehen kann
Einige Veränderungen des Magens gelten als Vorstufen. Sie sollten bekannt sein, weil sich hier durch Kontrolle und Behandlung am meisten erreichen lässt:
- Polypen: Es gibt verschiedene Arten. Sie sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf entfernt werden. Besonders Polypen über 2 cm neigen stark zur Entartung.
- Atrophische Gastritis: Bei lang anhaltender Magenschleimhautentzündung kann sich die Schleimhaut mit der Zeit verändern. In solchen veränderten Bereichen kann Krebs entstehen.
- Intestinale Metaplasie: Die dauerhaft veränderte Magenschleimhaut kann eine dünndarmähnliche Struktur annehmen. Das Krebsrisiko ist dabei hoch.
- Magengeschwüre: Auch aus einem Magengeschwür kann Krebs entstehen. Eine engmaschige Kontrolle und Behandlung ist notwendig.
- Frühere Magenoperationen: Nach einer Magenoperation kann Jahre später im Bereich der neu angelegten Verbindung zum Darm Magenkrebs entstehen. Nach Magenoperationen sind deshalb regelmäßige Kontrollen wichtig.
Beschwerden und Früherkennung
Erste Anzeichen sind häufig Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Weil Magenbeschwerden verbreitet sind, werden sie oft lange nicht ernst genommen, während die Erkrankung fortschreitet. Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit können ein Hinweis auf ein fortgeschrittenes Stadium sein. Auch Schwäche und Blutverlust können auftreten. Mit einer Magenspiegelung lässt sich Magenkrebs bereits in einem frühen Stadium erkennen; aus verdächtigen Bereichen werden dabei Gewebeproben entnommen, die eine sichere Diagnose ermöglichen.
Für wen kommt eine Magenkrebs-Operation infrage?
Wenn eine Operation möglich ist, ist sie die geeignetste Behandlung. Ist eine Operation nicht möglich, wird eine Chemotherapie durchgeführt. Ob operiert werden kann, hängt davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist. Deshalb wird nach der Diagnose durch Magenspiegelung und Gewebeprobe die Ausdehnung des Tumors mit weiteren Untersuchungen, etwa bildgebenden Verfahren, bestimmt, bevor über die Behandlung entschieden wird.
Risiken
Die Operation bei Magenkrebs ist eine größere Bauchoperation in Vollnarkose. Wie bei anderen großen Eingriffen im Bauchraum, etwa einer Dickdarmoperation, können Blutungen, Infektionen, Blutgerinnsel und Reaktionen auf die Narkose auftreten. Speziell nach der Entfernung von Magenanteilen kann es an der Stelle, an der Magen oder Speiseröhre neu mit dem Darm verbunden wurden, zu einer Undichtigkeit kommen. Welche Risiken in Ihrer Situation bestehen, wird vor der Operation ausführlich mit Ihnen besprochen.
Vorbereitung
Vor der Magenkrebs-Operation werden Sie über den geplanten Eingriff, seine Risiken und die Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt und geben Ihre schriftliche Einwilligung. Blutuntersuchungen und je nach Gesundheitszustand weitere Voruntersuchungen gehören dazu. Teilen Sie mit, welche Medikamente Sie einnehmen; blutverdünnende und entzündungshemmende Mittel müssen unter Umständen vorübergehend abgesetzt werden. Ab Mitternacht vor der Operation dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Verzichten Sie auf Alkohol und hören Sie mit dem Rauchen auf.
Nachsorge
Da der Magen ganz oder teilweise fehlt, wird die Ernährung nach der Operation schrittweise aufgebaut, und kleinere Mahlzeiten sind meist besser verträglich. Nach der Entfernung des Magens kann ein Mangel an Vitamin B12 entstehen, der ausgeglichen werden muss. Sechs Monate nach der Operation ist routinemäßig eine Blutkontrolle vorgesehen.