Allgemeinchirurgie

Refluxchirurgie (Reflux-OP)

Laparoskopische Fundoplikatio: Der obere Magenteil wird um die Speiseröhre gelegt und stellt den Verschluss wieder her.

Reflux trotz Lebensstil und Medikamenten

Überblick

Eine Reflux-OP (Antirefluxoperation, Fundoplikatio) ist ein laparoskopischer Eingriff, bei dem der obere Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre gelegt wird, um den geschwächten Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre wiederherzustellen. Sie kommt bei der Refluxkrankheit infrage, wenn Lebensstiländerungen und Medikamente nicht ausreichen.

Leitbeschwerde der Refluxkrankheit ist Sodbrennen: ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der zwischen Rippenbogen und Hals spürbar wird. Häufig ist es ein Zeichen der gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD), bei der saurer Mageninhalt in die Speiseröhre gelangt. Weitere mögliche Beschwerden sind Übelkeit, Schluckbeschwerden, chronischer Husten, vor allem morgens, und pfeifende Atmung.

Am Übergang der Speiseröhre in den Magen liegt ein ringförmiger Schließmuskel, der untere Ösophagussphinkter. Nach dem Schlucken schließt er sich normalerweise und verhindert, dass saurer Mageninhalt zurückfließt. Funktioniert dieser Verschluss nicht mehr ausreichend, reizt und entzündet die Säure die untere Speiseröhre. Das verursacht Sodbrennen und kann auf Dauer zu ernsthaften Schäden führen.

Manche Menschen haben von Geburt an einen schwachen Schließmuskel. Außerdem können fettreiche und scharfe Speisen, bestimmte Medikamente, enge Kleidung, Rauchen, Alkohol, schwere körperliche Anstrengung und Veränderungen der Körperhaltung den Schließmuskel erschlaffen lassen und so einen Reflux begünstigen. Ob Reflux vorliegt und wie stark die Speiseröhre gereizt ist, lässt sich mit einer Magenspiegelung feststellen.

Für wen kommt eine Reflux-OP infrage?

Die Behandlung der Refluxkrankheit erfolgt in drei Stufen, und eine Operation steht erst am Ende dieses Weges:

  1. Änderung der Lebensgewohnheiten: Bei manchen Betroffenen bessern sich die Beschwerden, wenn sie ihre Ernährung umstellen, weniger rauchen und Alkohol trinken, auf einen geregelten Schlaf achten und säurebindende Mittel einnehmen.
  2. Medikamente: Bessern sich die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen nicht, werden Medikamente eingesetzt, die die Magensäure neutralisieren (Antazida) oder ihre Bildung hemmen. Sie können die Beschwerden lindern und die Reizung und Schädigung der Speiseröhre abheilen lassen.
  3. Operation: Eine Operation kommt infrage, wenn die Beschwerden trotz Lebensstiländerung und Medikamenten fortbestehen, wenn dauerhaft Medikamente nötig sind oder wenn die Beschwerden den Alltag deutlich einschränken. Der Eingriff erfolgt in der Regel laparoskopisch, also in „Schlüssellochtechnik“.

Risiken

Die laparoskopische Antirefluxoperation ist ein etabliertes Verfahren. Wie bei jeder Operation können jedoch Komplikationen auftreten:

  • Reaktionen auf die Narkosemittel
  • Blutungen
  • Verletzungen von Speiseröhre, Milz, Magen oder anderen Organen im Bauchraum
  • Wundinfektion, Infektion im Bauchraum und Blutvergiftung (Sepsis)
  • weitere, seltenere Komplikationen

Daneben gibt es mögliche Folgen des Eingriffs, über die Sie vorher aufgeklärt werden:

  • Bei manchen Patientinnen und Patienten treten nach der Operation vorübergehend Schluckbeschwerden auf. Sie bilden sich innerhalb von ein bis drei Monaten zurück.
  • Bei wenigen entsteht eine Engstelle der Speiseröhre, die endoskopisch aufgedehnt werden muss. Selten ist eine zweite Operation nötig.
  • Manche Betroffene haben Probleme beim Aufstoßen oder ein Übelkeitsgefühl.

Bei sehr wenigen Patientinnen und Patienten muss offen operiert werden, etwa wenn sich die Organe nicht gut darstellen oder mit den Instrumenten fassen lassen. Auch starkes Übergewicht und frühere Bauchoperationen können einem laparoskopischen Eingriff entgegenstehen. Diese Entscheidung trifft die Chirurgin oder der Chirurg vor oder während der Operation, ausschließlich im Interesse Ihrer Sicherheit.

Vorbereitung

Vor der Operation werden Sie ausführlich aufgeklärt und untersucht. Zur Vorbereitung gehört:

  • Ihre Chirurgin oder Ihr Chirurg klärt Sie über die möglichen Risiken auf und holt Ihre schriftliche Einwilligung ein.
  • Vor der Operation werden Blutuntersuchungen, eine Röntgenaufnahme der Lunge und ein EKG durchgeführt.
  • Am Vortag oder am Abend vor der Operation sollten Sie duschen.
  • Ab dem Vorabend dürfen Sie nichts mehr essen und trinken. Medikamente, die Sie nach Absprache weiter einnehmen sollen, dürfen Sie mit wenig Wasser einnehmen.
  • Teilen Sie mit, ob Sie blutverdünnende Medikamente, Vitamin E oder Schmerzmittel einnehmen. Diese müssen eine Woche vor der Operation abgesetzt werden.
  • Medikamente zur Gewichtsabnahme sollten zwei Wochen vor dem Eingriff abgesetzt werden.
  • Hören Sie mit dem Rauchen auf und nehmen Sie dabei, falls nötig, Unterstützung in Anspruch. Verzichten Sie außerdem auf Alkohol.

Ablauf

Vor dem Eingriff

Sie erhalten eine Venenverweilkanüle für Medikamente und Infusionen sowie die notwendigen Medikamente zur Vorbereitung. Die Operation erfolgt in Vollnarkose; Sie schlafen während des gesamten Eingriffs.

Am Eingriffstag

Ziel der Operation ist es, den Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre wiederherzustellen. Dazu wird der obere Teil des Magens um das untere Ende der Speiseröhre gelegt (Fundoplikatio). Ein ähnliches Prinzip wird auch bei der Achalasie-Operation genutzt, um nach der Durchtrennung des Schließmuskels einem Reflux vorzubeugen.

Zunächst wird der Bauchraum mit Kohlendioxid aufgefüllt. Über kleine Schnitte führt die Chirurgin oder der Chirurg die Instrumente und eine spezielle Videokamera ein und operiert mithilfe des Bildes auf dem Monitor. Im Vergleich zur offenen Operation bietet das laparoskopische Vorgehen folgende Vorteile:

  • weniger Schmerzen nach der Operation
  • kürzerer Krankenhausaufenthalt
  • schnellere Rückkehr an den Arbeitsplatz

Nach der Operation werden Sie wach auf Ihr Zimmer gebracht und bleiben am Operationstag im Krankenhaus.

Nach dem Eingriff

Nach der Reflux-OP werden Sie in der Regel am Nachmittag des Folgetages entlassen; falls nötig, kann der Aufenthalt länger dauern. Leichte Schmerzen sind möglich und lassen sich mit Schmerzmitteln behandeln. Häufig wird eine angepasste Ernährung empfohlen, bei der Sie schrittweise von flüssiger zu fester Kost übergehen.

Nachsorge

Zu Hause sollten Sie sich zunächst körperlich schonen. Zu Ihren alltäglichen Aktivitäten können Sie nach kurzer Zeit zurückkehren. Vorübergehende Schluckbeschwerden in den ersten Wochen sind möglich und bilden sich in der Regel zurück. Sechs Monate nach der Operation ist routinemäßig eine Blutkontrolle vorgesehen.

Melden Sie sich bitte bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Folgendes auftritt:

  • zunehmende Schwellung des Bauches
  • Schmerzen, die trotz Medikamenten nicht nachlassen
  • anhaltende Übelkeit und Erbrechen
  • starkes Frieren oder Schüttelfrost
  • eitrige Absonderung aus der Wunde
  • zunehmende Rötung der Wunde
  • Sie können nichts essen oder trinken

Häufige Fragen

Wann ist eine Reflux-OP sinnvoll?

Wenn die Beschwerden trotz Lebensstiländerung und Medikamenten fortbestehen, wenn dauerhaft Medikamente nötig sind oder wenn die Beschwerden den Alltag deutlich einschränken.

Was wird bei der Fundoplikatio gemacht?

Der obere Teil des Magens wird um das untere Ende der Speiseröhre gelegt, um den Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre wiederherzustellen. Der Eingriff erfolgt laparoskopisch in Vollnarkose.

Wie lange bleibe ich nach einer Reflux-OP im Krankenhaus?

In der Regel werden Sie am Nachmittag des Folgetages entlassen; falls nötig, kann der Aufenthalt länger dauern.

Sind Schluckbeschwerden nach der Operation normal?

Bei manchen Patientinnen und Patienten treten vorübergehend Schluckbeschwerden auf, die sich innerhalb von ein bis drei Monaten zurückbilden.

Wie bereite ich mich auf die Operation vor?

Vor der Operation erfolgen Blutuntersuchungen, eine Röntgenaufnahme der Lunge und ein EKG. Blutverdünnende Medikamente, Vitamin E und Schmerzmittel werden eine Woche vorher abgesetzt, und ab dem Vorabend bleiben Sie nüchtern.

Möchten Sie darüber sprechen?

Welche Methode für Sie infrage kommt, wird nach Untersuchung und Befunden gemeinsam festgelegt. Sie können mit der Ersteinschätzung beginnen oder direkt anrufen.

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